Extrazeit - Ehrenamtliches Engagement

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Ehrenamtliche berichten aus ihrer abwechslungsreichen Arbeit.


Zeit für Austausch beim Ehrenamtsabend

16. Juli 2009

Extrazeit für Menschen mit Behinderung - Projekt Ehrenamt der Diakonie Stetten erfolgreich abgeschlossen – ein Meilenstein für die Freiwilligenkultur

Kernen-Stetten - Rund 350 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in den Einrichtungen der Diakonie Stetten. Diese beachtliche Zahl ist nicht zuletzt ein Erfolg des dreijährigen Projekts „Extrazeit“, das im April zu Ende ging. Die Projektmitarbeiter Steffen Wilhelm, Christine Heß und Michael Pfisterer präsentierten am Dienstagabend die Ergebnisse und berichteten von ihren Erfahrungen.

Ziel des von der Aktion Mensch geförderten Projekts war neben der Gewinnung und Vermittlung weiterer engagierter Personen die Etablierung einer nachhaltigen Freiwilligenkultur. Bei der Qualifizierung der Ehrenamtlichen für die vielfältigen Aufgaben setzt die Diakonie Stetten auf die Ressourcen im eigenen Haus.

Die Ehrenamtskoordinatoren laden regelmäßig ein zum „Forum Extrazeit“, einer Veranstaltungsreihe, die auf den Schulungsbedarf der Ehrenamtlichen abgestimmt ist. Fachleute aus den eigenen Reihen referieren über Themen wie Versicherungsschutz und Aufsichtspflicht, Unterstützte Kommunikation und Umgang mit Epilepsie. Bei gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen mit hauptamtlichen Mitarbeitern wird zugleich der gegenseitige Austausch gefördert. Exkursionen zum Kennenlernen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Diakonie Stetten führten interessierte Ehrenamtliche in die Remstal Werkstätten, ins neue Seniorenzentrum Lorch, zum Wohnheim für behinderte Menschen der Diakonie Stetten in Stuttgart-Bergheim und nach Bad Boll, ins neu erstellte Badhaus mit Thermalmineralbad.

Das jährliche Dankeschönfest im festlichen Ambiente nutzen die Mitglieder des Vorstandes um den Engagierten den Dank und die Wertschätzung persönlich auszusprechen. Die neu eingeführte Ehrenamtscard bietet gegen Vorlage Vergünstigungen in der Diakonie Stetten und ermöglicht die Nutzung interner Angebote.

Zur nachhaltigen Freiwilligenkultur gehört für die Ehrenamtskoordinatoren auch ein fruchtbares Miteinander von hauptamtlicher und ehrenamtlicher Arbeit. Ehrenamt soll die professionelle Arbeit sinnvoll ergänzen, nicht ersetzen. In gemeinsamen Workshops wurden Leitlinien fürs freiwillige Engagement erarbeitet, die allen Beteiligten als Richtschnur dienen. Eine zusätzliche Orientierungshilfe bietet den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Zukunft ein Leitfaden-Ordner mit Tipps und Informationen zur Einbeziehung des freiwilligen Engagements in ihre Arbeit.

In ihrem Grußwort betonte Vorständin Heiderose Maaß einen weiteren wichtigen Aspekt des Ehrenamts in der Behindertenhilfe. Ehrenamtlich Engagierte sind nicht nur eine willkommene Unterstützung der täglichen Arbeit, sondern zugleich auch wirkungsvolle Bindeglieder ins gesellschaftliche Umfeld. Mit ihrem Beitrag unterstützen sie nachhaltig ein Grundanliegen der Einrichtung, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben.

Wie das in der Praxis aussieht, davon berichteten Engagierte und Mitarbeiter im Interview mit Projektleiter Steffen Wilhelm. So engagiert sich Angelika Kolberg seit über einem Jahr in einer heilpädagogischen Arbeitgruppe. Zweifelnde Bemerkungen aus ihrem Bekanntenkreis über den Sinn dieses Engagements kontert sie mit dem Hinweis: „Ich bin inzwischen ein festes und geschätztes Gruppenmitglied, und ich bekomme mindestens genauso viel zurück wie ich gebe.“

Der 20-jährige Schüler Kim Elsässer hat seit kurzem seinen Ehrenamts-Platz in einer Waiblinger Wohngruppe gefunden. Mit seinem Engagement möchte er bewusst einen Kontrapunkt setzen zur sozialen Kälte in der Gesellschaft. Die Mitarbeiter der Wohngruppe sind begeistert, wie schnell und gut er Kontakte zu den behinderten Menschen geknüpft hat. „Unsere Bewohner freuen sich riesig, wenn er kommt und wir haben in kurzer Zeit schon einiges miteinander auf die Beine gestellt.“

Um Begegnungen dieser Art auch in Zukunft zu ermöglichen, soll die erfolgreiche Arbeit des Projektteams fortgesetzt werden. Vorständin Heiderose Maaß: „Der Projektabschluss ist für uns ein Meilenstein, kein Grenzstein. Professionelle Begleitung des Ehrenamts ist auch in Zukunft ein wichtiges Thema bei uns.“

Weitere Informationen zum Projekt und zu den Möglichkeiten ehrenamtlicher Mitarbeit gibt es unter Tel. 07151/2094360 oder unter www.extrazeit.de im Internet.