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Um ehrenamtlich mitzuhelfen kommt Ulrich Zillgitt seit Oktober 2000 regelmäßig in die Diakonie Stetten. Als Freiwilliger engagiert sich der Diplomingenieur und Ruheständler im Wohnbereich Gartenstraße sowie in der Heilpädagogischen Förderung (HpF) in Stetten. Bewohner- und Mitarbeiterschaft schätzen seinen freiwilligen Dienst sehr und möchten ihn nicht mehr missen.
„Ohne ihn wäre vieles nicht möglich“, sagt HpF-Mitarbeiterin Irmgard Strom. Mancher Ausflug oder Spaziergang könnte nicht stattfinden, auch manche Einzelbetreuung nicht. „Herr Zillgitt ist für uns eine wichtige Stütze und unersetzbare Hilfe. Verantwortungsbewusst, interessiert und offen. Auf ihn ist Verlass. Eine gestandene Persönlichkeit eben.“ Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Wohnbereich sind voll des Lobes: „Er ist eine feste Bezugsperson für unsere Bewohnerinnen und Bewohner. Er sieht selbstständig, wo Hilfe gebraucht wird und kann sich für besondere Zuwendung Zeit nehmen. Es ist eine große Freude wenn er kommt und eine enorme Unterstützung.“
Mehr als 40 Jahre hat Ullrich Zillgitt, der verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat, als Ingenieur mit Personal verantwortung bei Bosch gearbeitet. Häufig war er dienstlich weltweit unterwegs. Ein Berufsleben, das ihm viel Freude gemacht hat. Im Jahr 2000 stand für ihn nun der Vorruhestand an. Dies war Anlass, sich die Frage nach dem Lebensziel zu stellen: „Was fange ich an mit meiner restlichen Lebenszeit?“
So kam es, dass der heute 65-jährige nun wieder die „Schulbank“ drückt, als Gasthörer an der Universität in Stuttgart. Und einmal wöchentlich ist ein halber Tag für ehrenamtlichen Dienst in der Gartenstraße und der HpF reserviert. Zillgitt kannte die Diakonie Stetten schon durch viele Jahresfest-Besuche mit der Familie und hat die Arbeit auch schon viele Jahre als Spender unterstützt. Was nun jedoch konkret auf ihn zukommen würde, davon konnte er, auch nach vorherigen Besuchen, nur theoretische Vorstellungen haben: „Ich ging ganz einfach hin und begann mitzuhelfen. Natürlich unter Anleitung und Unterstützung der Verantwortlichen.“ Ulrich Zillgitt wunderte sich selber, wie er sich gleich in diese „neue Welt“ einfühlen und wohl fühlen konnte.
Mit der Zeit lebte sich der Freiwillige richtig ein und besuchte auch mit großem Interesse interne Schulungen. Ob bei der Zubereitung von Mahlzeiten, der Assistenz beim Essen, beim Spazierengehen, bei Ausflügen oder bei der Mithilfe in der Förderung: Ulrich Zillgitt stellte fest, dass ihm seine Tätigkeiten leicht von der Hand gehen und er sie als sinnvoll erlebt … „weil Hilfe gebraucht wird und notwendig ist.“ Ulrich Zillgitt schätzt dabei sehr die Zusammenarbeit: „Ich habe große Achtung vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die einen aufopferungsvollen Dienst machen mit großer Einsatzbereitschaft“. Und er erlebt, dass ihm die Zeit und die Kraft, die er verschenkt, Zufriedenheit und innere Erfüllung zurückgibt. Die Erfahrungen, die er in der Diakonie Stetten macht, bewegen ihn über die Sinnfrage des Lebens nachzudenken. Ohne ein Aufheben davon zu machen, was er für andere Menschen tut, zieht er für sich den Schluss: „Für mich ist die Tätigkeit hier schon eine Selbstverständlichkeit, eine Notwendigkeit. Mir würde etwas fehlen.“